Schulraumplanung – quo vadis?
Nebst der Geburtenrate haben die Neubautätigkeit sowie die Zuwanderung einen grossen Einfluss auf die Personal-, Klassen- und Schulraumplanung. Die Bildungskommission beobachtet diese Entwicklungen laufend und kommt zum Schluss, dass die Zahlen für Flawil weitgehend dem schweizerischen Durchschnittstrend entsprechen. So wurden 2019 rund 250 Kinder in 13 Kindergartenklassen unterrichtet. Heute sind es rund 210 Kinder in zwölf Klassen und für den Sommer 2029 wird mit rund 180 Kindergartenkindern gerechnet. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Geburtenzahlen bekannt. In der Primarschule und noch stärker in der Oberstufe wird sich dieser Rückgang zeitlich verzögert bemerkbar machen. Dort wird ein leichter Rückgang der Schüler/-innenzahlen erst im Schuljahr 2027/28 einsetzen. Die Bildungskommission hat die Schulraumplanung entsprechend darauf ausgerichtet.
Basisstufe Alterschwil
Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen im Kindergarten Egg wird der Kindergarten Egg und die 1. Klasse Alterschwil bereits ab dem kommenden Schuljahr als Basisstufe gemeinsam geführt. Der Bildungsrat des Kantons St. Gallen hat dieses Vorhaben bewilligt und jetzt läuft die Umsetzung auf Hochtouren. Nebst der Basisstufe mit voraussichtlich 19 Kindern werden im Schulhaus Alterschwil eine 2. bis 4. Mehrklasse (voraussichtlich 21 Kinder) sowie eine 5./6. Doppelklasse (voraussichtlich 22 Kinder) geführt. Die heutigen Räume des Kindergartens Egg werden für den Unterricht im textilen und bildnerischen Gestalten weiter genutzt.
Mögliche Provisorien in Botsberg und Feld
Bezüglich Neubautätigkeit sind in Flawil aktuell drei Schwerpunkte auszumachen: Die Überbauung Botsberg im Westen, das ehemalige FLAWA-Areal im Zentrum sowie die Gebiete Blumenau und Waldau im Osten. Die Bildungskommission geht davon aus, dass die Zuzüge im Zentrum mit der Verteilung auf die Schulhäuser Enzenbühl und Grund aufgefangen werden können. Für die peripheren Schulhäuser Botsberg (bis 2029 rund 30 zusätzlichen Kinder über elf Jahrgänge) und Feld (bis 2028 rund 20 zusätzliche Kinder, bis 2032 weitere 55) wurde hingegen eine Studie in Auftrag gegeben. Sie soll klären, wie ein vorübergehend höherer Schüler/-innenbestand mittels Provisorien und ein bis zwei Mehrklassen bewältigt werden kann. Im Hinblick auf das Investitionsbudget 2027 sollen Ergebnisse dazu vorliegen.
Sanierung Grund
Ansonsten geht die Bildungskommission davon aus, dass sich Migration und Geburtenrückgang in Bezug auf die Schüler/-innenzahlen gerade so die Waage halten. Die Aufgabe wird darin bestehen, die Schulinfrastruktur so zu unterhalten, dass sie den heutigen Anforderungen bezüglich räumlicher Qualität (Stichwort Atmosphäre), Sicherheit (Brandschutz), Funktionalität (Barrierefreiheit), modernem Unterricht (flexible Raumnutzung) und Energieeffizienz (Dämmung) entspricht. Aktuell läuft diesbezüglich das Sanierungsprojekt des fast schon baufälligen Schulhauses Hinterer Grund, über welches Mitte Juni an der Urne abgestimmt wird (vgl. Artikel im FLADE-Blatt vom 17. April 2026). In einem weiteren Schritt soll dann das Schulhaus Vorderer Grund saniert werden. Es wurde 1978 erbaut und seither kaum verändert. Die Projektierung startet im Herbst dieses Jahres. Eine weitere Kreditgenehmigung durch die Bürgerschaft vorausgesetzt, könnten die Sanierungsarbeiten frühestens in den Jahren 2028 und 2029 erfolgen.
Sporthallen
Ein Sonderfall bezüglich Schulinfrastruktur bildet der Turnraum. Denn ausschlaggebend ist hier weniger die Entwicklung der Schüler/-innenzahlen als vielmehr der steigende Bedarf durch ausserschulische Nutzer, vorwiegend Vereine. Neubauten von Sporthallen sind aktuell im Feld, leider mit bekannter Verzögerung (vgl. www.flawil.ch – Aktuelles – Bauprojekte – Neubau Dreifachhalle und Musikschulzentrum Feld), und später einmal im Grund ein Thema. Dort genügt die Turnhalle den heutigen Ansprüchen längst nicht mehr, weder sportlich noch betrieblich. Die Halle ist denkmalgeschützt und kann daher nicht zu einer zeitgemässen Sporthalle ausgebaut werden. Sinnvoll erscheint eher eine Umnutzung als Schulhausaula und/oder Tagesstruktur. Eine solche ist heute schon im Untergeschoss beheimatet.
Tagesstruktur Botsberg
Seit Oktober 2019 ist die Tagesstruktur Botsberg im Gebäude der Technischen Betriebe Flawil eingemietet, zunächst im ersten, seit August 2024 im zweiten Obergeschoss. Ab August 2026 kann die direkt angrenzende Wohnung mit Durchgangstüre gemietet werden. Das ist für die Schule Flawil in zweierlei Hinsicht sehr interessant. Zum einen können dort dringend benötigte Räume für Schulsozialarbeit und Logopädie untergebracht werden, die im Primarschulhaus fehlen. Zum anderen kann die räumliche Situation für die teilweise an ihre Kapazitätsgrenze stossende Tagesstruktur Botsberg merklich verbessert werden.
Was ist eine Basistufe?
Die Basisstufe ist ein Schulmodell, das den zweijährigen Kindergarten sowie das erste (so in Alterschwil) und manchmal auch das zweite Primarschuljahr verbindet. Kinder im Alter von ca. vier bis acht Jahren werden (teilweise von einer Kindergarten- und einer Primarschullehrperson gleichzeitig) gemeinsam in einer altersdurchmischten Klasse unterrichtet. Dieses Modell ermöglicht flexiblere Übergänge.