Die Fernwärme Flawil ist auf Kurs

28. Mai 2026
FLAWIL Die Fernwärme Flawil zählt zu den bedeutendsten lokalen Infrastrukturprojekten der letzten Jahre. Wie steht es um die Nachfrage, die Wirtschaftlichkeit und den Zeitplan? Im Gespräch gibt der Geschäftsführer der Technischen Betriebe Flawil (TBF), Luca Zillig-Klaus, Auskunft.

Wie schreitet das Bauprojekt voran und was sind die nächsten Schritte im Leitungsbau?

Der Bau des Verteilnetzes geht planmässig voran. Es geht darum, möglichst schnell die Hauptleitungen für das Verteilnetz zu erstellen. Nur so können wir Wärme liefern und damit Erträge generieren, um die Kosten zu decken.

Wir wollen noch dieses Jahr die Arbeiten in der St. Galler- und Wilerstrasse abschliessen. Damit wird die Hauptachse wieder frei befahrbar. Danach folgt der Ausbau in den Quartieren.

Wir geben gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen unser Bestes, die Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Baustellen gehen vorüber, die nachhaltige Flawiler Wärmeversorgung bleibt. Für das entgegengebrachte Verständnis und die Kooperation sind wir sehr dankbar.

Wie sind die bisherige Rückmeldung aus der Bevölkerung und der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer?

Die allgemeinen Rückmeldungen zum Vorhaben sind sehr positiv. Viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer setzen sich mit zukunftsfähigen Heizlösungen auseinander. Wir können mit der Fernwärme Flawil eine preislich attraktive und 100 Prozent lokale und ökologische Alternative bieten.

Das bei einem solchen Projekt aber nicht alle begeistert sind, dürfte klar sein. Einerseits können nicht alle Flawilerinnen und Flawiler von der Fernwärme profitieren. Andererseits besteht vereinzelt auch die Sorge, dass wir uns mit der Grösse des Vorhabens übernehmen. Es ist uns ein grosses Anliegen, alle Rückmeldungen ernst zu nehmen. Entsprechend stehen wird gerne jederzeit zur Diskussion rund um die Fernwärme Flawil zur Verfügung.

Zeichnet sich beim Verkauf eine wirtschaftlich tragfähige Entwicklung ab?

Ja, wir sind mit unserer bisherigen Vertriebsarbeit sehr zufrieden. Aktuell haben wir eine Anschlussleistung von 1'191 Kilowatt unter Vertrag. Damit ist das Ziel für 2026 bereits erfüllt.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Wärmezentrale bei der ARA Oberglatt. Dort ist aktuell allerdings noch wenig sichtbar. Weshalb?

Eine Einsprache hat in den vergangenen Monaten den Baustart verhindert. Glücklicherweise wurde diese vor kurzem zurückgezogen. Seit Anfang Mai liegt die rechtskräftige Baubewilligung vor. Der Baustart ist auf Anfang Juni geplant, die gesamte Bauzeit beträgt rund eineinhalb Jahre.

Fernwärmeprojekte stehen oft auch wegen ihrer langfristigen Wirtschaftlichkeit im Fokus. Wie beurteilen Sie die Perspektiven in Flawil?

Fernwärme ist, wie alle Energieinfrastrukturen, ein langfristiges und generationenübergreifendes Geschäft. Wir setzen heute mit unseren Investitionen den Grundstein und schaffen für nachfolgende Generationen bestmögliche finanzielle und technische Grundlagen. Danach liegt es an uns und unseren Nachfolgern, aus den gegebenen Infrastrukturen und Mitteln das Beste zu machen. Beim Wasser, Strom, Gas und FTTH hat es funktioniert. Warum soll es bei der Fernwärme nicht auch funktionieren?

Was ist ihr Fazit zum aktuellen Stand?

Die Fernwärme Flawil ist aktuell in allen Bereichen auf Kurs. Der Projektstatus ist abgelegt und die Fernwärme hat sich, mit dem Baustart der Zentrale, zum strategischen Geschäftsbereich der TBF entwickelt. Wir sind davon überzeugt, dass die Fernwärme Flawil die lokale Energieversorgung stärkt und zukunftsfähiger macht.

Bildlegende: Der Baustart der Wärmezentrale für die Fernwärme Flawil ist auf Juni 2026 geplant. Die Bauzeit beträgt rund eineinhalb Jahre.

Der Baustart der Wärmezentrale für die Fernwärme Flawil ist auf Juni 2026 geplant. Die Bauzeit beträgt rund eineinhalb Jahre.