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Sehenswürdigkeiten

Beim Dorfrundgang findet man reich bemalte Häuser, deren erste urkundliche Erwähnung bereits auf das Jahr 1318 zurückgehen. Die Häuser rund um den Bärenbrunnen sind vermutlich der älteste Kern Flawils. Ein Teil der Gebäude hat die Zeit überdauert und erstrahlen in prachtvollem Glanz.
Ein Besuch wert sind aber auch die Weiler Burgau und Oberglatt, welche östlich an das Dorf Flawil angrenzen.

Burgau

Der historische Weiler Burgau, der mit seinen reizvollen Häuserzeilen und seinem ganz besonderen Charme einem mittelaterlichen Städtchen gleicht, ist ein historisches Kleinod und gehört zu den einzigartigen Sehenswürdigkeiten in unserer Region. Der historische Weiler ist ein Schutzobjekt von nationaler Bedeutung.
Burgau ist – zusammen mit Werdenberg im St.Galler Rheintal – noch die einzige Gruppe historischer Holzhäuser im Kanton, die so geschlossen in Erscheinung tritt. Sie umfasst etwa 35 Häuser, die mehrheitlich historisch wertvoll und als Schutzobjekte im kantonalen und kommunalen Ortsbildinventar enthalten sind. Der Weiler hat ein bäuerlich-kleinstädtisches Gepräge mit allen wichtigen Haustypen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dieser Baustil wird als «offener, verschindelter oder vertäferter Strick- und Ständerbau mit Holz- oder Steinausfachung» bezeichnet.
Burgau wurde 964  (in einer Abtretungsurkunde ans Kloster St.Gallen) erstmals urkundlich erwähnt. Der Weiler war um diese Zeit bereits im Besitze eines eigenen Marktrechts, was auf eine wesentlich frühere Siedlungsgründung schliessen lässt. Burgau kann also auf eine deutlich über tausendjährige Geschichte zurückblicken und hat über all die Jahrhunderte hinweg trotzig seine ursprüngliche Weilerstruktur fast unverändert erhalten können, was heute als bauhistorisch sehr wertvollen Glücksfall bezeichnet werden darf. So bedeutungsvoll aber die historische Weilerstruktur auch ist, so anspruchsvoll ist die bauliche Entwicklung, damit der Weiler lebendig bleiben kann. In Burgau wohnen heute rund 120 Personen.
Das Ziel ist es, dass Burgau seine spezielle historische Eigenart erhalten kann, aber trotzdem nicht zu einem verstaubten, unbewohnten Museum wird. Durch einen sinnvollen und zweckmässigen Schutz soll das historische Erbe mit einem lebendigen Wohnort bestmöglich in Einklang gebracht werden. Dadurch soll das typische äussere Erscheinungsbild des Weilers trotz neuer Bausubstanz weiterhin für die Nachwelt erhalten bleiben.

Portrait Burgau
 

Hirschen Oberglatt

Ein Spaziergang vom Bahnhof Flawil über die Burgau bis nach Oberglatt lohnt sich immer. Nach der Besichtigung der Burgau, folgt ein Geheimtipp: ein Abstecher zum Hirschen Oberglatt. Der Hirschen Oberglatt kann durchaus als eines der Wahrzeichen von Flawil bezeichnet werden. Das in der Zeit von 1771 bis 1777 vom Textilfabrikanten Johann Egli erbaute Herrschafts- und ehemalige Gasthaus zum Hirschen ist einer der bedeutendsten Profanbauten der Ostschweiz! Der hohe Grad an original erhaltener Substanz macht das Gebäude zu einem einzigartigen Zeugen spätbarocker Baukultur.
Lange Zeit diente dieses Gebäude als Brauerei und als Gasthaus. Die enormen Gewölbekeller und der rückwärts in den aufsteigenden Hang eingegrabene Keller, in welchem Eis gelagert wurde, belegen diese einstige Funktion.
In Flawil erinnert man sich noch an das legendäre Gasthaus Hirschen, wo die beiden Schwestern Annie und Maria Hugentobler bis ins hohe Alter die Gäste bewirteten. Früher speiste man in den edlen getäferten Stuben des ersten Stockwerkes, zuletzt wurde nur noch im Parterre gewirtet.